WWF Royal Rumble 1992

WWF Royal Rumble

Beim Royal Rumble aus dem Jahr 1992 wurde der World Heavyweight Titel im Rumble selbst ausgekämpft.

Name: WWF Royal Rumble 1992 – „Every Man For Himself!“
Datum: 19.01.1992
Austragungsort: Albany, New York, USA – Knickerbocker Arena (heute MVP Arena)
Zuschauer: 17.000

Card

Dark Match
The Brooklyn Brawler vs. Chris Walker

Tag Team Match
The Orient Express vs. The New Foundation

WWF Intercontinental Title Match
The Mountie (c) vs. Roddy Piper

Tag Team Match
The Beverly Brothers vs. The Bushwhackers

WWF World Tag Team Title Match
The Legion Of Doom (c) vs. The Natural Disasters

WWF World Heavyweight Title Royal Rumble Match (vakant)
Jake Roberts vs. Roddy Piper vs. El Matador vs. Greg Valentine vs. Skinner vs. The Barbarian vs. Virgil vs. Jimmy Snuka vs. Hulk Hogan vs. Jerry Sags vs. Sgt. Slaughter vs. Randy Savage vs. The Big Boss Man vs. Haku vs. The Undertaker vs. Shawn Michaels vs. Col. Mustafa vs. The British Bulldog vs. Irwin R. Schyster vs. Rick Martel vs. Sid Justice vs. Ted DiBiase vs. The Texas Tornado vs. Repo Man vs. Ric Flair vs. Nikolai Volkoff vs. Jim Duggan vs. The Warlord vs. Hercules vs. The Berzerker

Der Event

Dieser Royal Rumble gilt als einer der besten aller Zeiten, was hauptsächlich am Rumble-Match selbst liegt. Dieser landete beim Wrestling Observer bzw. F4WOnline 2017 auf dem ersten Platz. Dazu aber später mehr.

Im Dark Match besiegte Chris Walker den Brooklyn Brawler durch Disqualifikation. Der Brawler (Steve Lombardi) braucht für Retro-Fans wohl eher keine Erklärung, Chris Walker hingegen war nur wenig im TV zu sehen, er wrestlete für die WWF hauptsächlich in House-Shows und Dark Matches. Retrofans könnten ihn aber doch mal gesehen haben, denn er war bei den American Gladiators als Malibu dabei.

Als Intro werden uns alle Teilnehmer am Rumble vorgestellt. Das wirkt aus heutiger Sicht schon ein wenig befremdlich, aber wenn man bedenkt, dass der erste Royal Rumble nur aus diesem Match bestand, dann ist das nachvollziehbar. Ringsprecher in Howard „The Fink“ Finkel und Bobby Heenan und Gorilla Monsoon sprechen auch gleich über den Rest der Card, bzw. über die beiden Titelmatches.

Im eigentlichen Opener besiegt die New Foundation (Jim Neidhart und Owen Hart) den Orient Express, bestehend aus Kato und Tanaka. Begleitet wurden diese von Mr. Fuji. Der ehemalige Wrestler, der schon 10 Jahre vorher sein Debut in der WWF gab (Pro-Wrestling Debut nochmal 20 Jahre vorher.), ließ es sich natürlich nicht nehmen, immer mal wieder einzugreifen. The Rocket mit seiner typischen Technik. An einer Stelle springt er aus dem Lauf aufs oberste Seil, lässt sich mit seinen Oberschenkeln drauf fallen, zeigt einen Rückwärtssalto gefolgt von einem Hip Toss. Kurz darauf gibt es sogar eine Hurracanrana von ihm. Üblich für die Zeit sind daneben aber eben auch eine Menge Restholds. The Anvil dafür mit seinen typischen Powermoves. Der Orient Express hingegen zeigt nur wenig und die kurze Zeit, in der sie mal am Drücker waren, kam nur durch einen Eingriff von Mr. Fuji zustande, nach dem auch weiter die Regeln gebrochen wurden. Einstecken muss da Owen, bis er den Hot-Tag zu Neidhart machen kann. Der erste wurde natürlich hinter dem Rücken des Ringrichters gemacht, der diesen dann natürlich nicht anerkennt. Anvil räumt jedenfalls auf, Owen kommt dazu und nach einem Splash vom Top-Turnbuckle pinnt Owen Tanaka – obwohl kein Wechsel da war. Ende nach etwas mehr als 17 Minuten.
Das war also der erste PPV-Auftritt der kurzlebigen New Foundation, die sich erst im November 1991 gefunden hatte. Owen hat dieses Match quasi getragen, für einen Opener war es absolut in Ordnung.

Danach wird der Wechsel des Intercontinental-Titels von Bret Hart zu The Mountie erklärt und Jimmy Hart und eben dieser erklären, dass Bret gar nicht krank war, sondern einfach nur zu schlecht. Storylinetechnisch hatte er hohes Fieber, stieg aber trotzdem in den Ring. Der Mountie besiegte ihn, griff Bret aber weiter an, was Rowdy Roddy Piper auf den Plan rief. Und so bekam er nun also eine Chance auf den Titel.

Das Match beginnt sehr typisch für Jacques Rougeau, der einer der besten Heels der damaligen Zeit war, indem er erstmal Piper verhöhnt, als Ziel natürlich sein Schottenrock. Das Match hingegen war nicht besonders spektakulär und nach etwas mehr als 5 Minuten holt sich Piper den Titel mit dem Sleeperhold. Schade, der Mountie wäre sicherlich ein guter IC-Champion gewesen, aber damals wurden Heels häufig noch als einfache Übergangschampions benutzt.

Im nächsten Tag-Team-Match treffen die Beverly Brothers Beau und Blake (Wayne Bloom und Mike Enos) auf die Bushwackers Luke (Williams) und Butch (Miller). Enos und Bloom sind durchaus ein gutes Team gewesen, welches mit den richtigen Gegnern auch ein solides Match auf die Matte legen konnten. Luke und Butch aber leider nicht. Das Match dauerte fast 15 Minuten und war einfach unterirdisch. Die Bushwackers funktionieren eben am besten, wenn sie ein Jobberteam besiegen oder als Kanonenfutter im Rumble. Sie ziehen ihre ganzen Reaktionen von ihrer schrägen Art. Immerhin gewannen die Beverlys, nach einem illegalen Double-Axehandle-Blow vom Seil. 15 Minuten waren aber definitiv zu viel Zeit für dieses Match. Hier hätten locker 5 gereicht.

Und wieder Tag-Team Action, dieses Mal müssen die Legion of Doom Hawk (Michael Hegstrand) und Animal (Joseph Laurinaitis) ihre Tag-Tem-Gürtel gegen die Herausforderer Earthquake (John Tena) und Typhoon (Fred Ottman), die Natural Disasters, verteidigen. Wer hier ein technisches Meisterwerk erwartet hat, der hat die Teams wohl nicht verstanden, denn das hier sind vier Powerhouses, bis auf einen Dropkick von Hawk und einen von Earthquake war es das hier mit Technik. Clotheslines, Schläge, Würfe und harte Elbowdrops machen das Match aus.

Das Finish kommt nach einem Brawl außerhalb des Ringes durch Countout, die Disasters gewinnen, aber da der Titel nur durch Pin oder Aufgabe wechseln kann, bleibt dieser bei der LOD. Die Disasters finden das nicht so toll und lassen ihren Frust an Animal aus, werden aber von Hawk mit ein paar Chairshots verjagt. Die Musik der LOD wird gespielt und sie feiern. Ehrlich, diese Regelung habe ich noch nie verstanden. Als Verteidiger des Gürtels kann ich einfach dem Gegner einen Stuhl überbraten, werde disqualifiziert und behalte den Titel – oder ich lasse mich einfach auszählen. Fürs Kayfabe gibt es da vielleicht noch ein paar Gründe, zum Beispiel Champs verlieren lassen zu können, ohne dass der Titel wechselt. Aber das ist schon ein wenig dürftig und zieht dieses Match auch runter. Immerhin bekam das zweite Titelmatch über 9 Minuten.

Auf gehts zum Rumble. Der WWF World Heavyweight Titel steht auf dem Spiel, weil (Gimmick)Präsident Jack Tunney die Nase voll hatte von den ständigen Eingriffen und illegalen Aktionen in der Titelfehde zwischen dem Undertaker und Hulk Hogan. Beide bekamen hohe Nummern im Rumble garantiert (ab 20) und ansonsten war der Rumble mit Stars vollgestopft. Einige davon dürfen vorher eine kurze Promo halten, Piper spricht z.B. davon, dass er zwei Titel an einem Abend gewinnen könnte und auch wird.

Den Anfang macht der British Bulldog Davey Boy Smith und als Nummer 2 ist der Million Dollar Man Ted DiBiase im Ring. Dieser wird recht fix abgefertigt und Smith steht alleine im Ring, aber nur für Sekunden, denn mit der Nummer 3 kommt Ric Flair in den Ring. Und hier beginnt der Rumble dann eigentlich richtig. Die Kommentatoren Monsoon und Heenan übertreffen sich gegenseitig und Flair zeigt das, was er am besten kann. Ich haue hier jetzt nicht alle Nummern und Eliminierungen rein, die hänge ich unten an, aber die wichtigen schon. Davey Boy hat die ersten drei Eliminierungen, dann darf sogar der Repo Man zweimal ran und nachdem dieser vom Boss Man rausgeworfen wird, muss auf der Bulldog durch die Hand von Ric Flair gehen, ebenso wie der Texas Tornado (Kerry van Erich). Nachdem sich Tito Santana und Shawn Michaels gegenseitig eliminieren, kommen wir langsam zu den großen Namen. Der Taker wirft Jimmy Snuka über das oberste Seil, Savage macht dies mit Jake Roberts und Col. Mustafa, Hogan haut den Taker und den Berzerker raus. Sid Justice darf den ehemaligen World Chapion Seargent Slaughter, Rick Martel und den frischgebackenen IC-Champion Roddy Piper eine Fahrt nach Hause spendieren und wir sind bei den Final 4. Savage, Flair, Hogan und Justice. Zwei ehemalige Champions, einer der zumindest alle Vorraussetzungen erfüllte (nach WWF Standard) und ein zu diesem Zeitpunkt bereits achtfacher World Champion. Ric Flair eliminiert also Randy Savage, aber Justice hob ihn in die richtige Position dafür. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hat wohl jeder mit einem Sieg von Hogan gerechnet. Aber es kam anders. Hogan will Flair eliminieren, aber Sid kommt von hinten und eliminiert seinen Freund Hogan. Der Hulkster ist natürlich sauer, hält Justice am Arm fest und Flair nutzt dies um den Rumble zu gewinnen.  Flair darf aber nicht im Ring jubeln, denn dieser gehört nun Justice und Hogan, die sich an die Gurgel gehen wollen. die ganze Aktion wird als Heelturn von Justice verkauft, obwohl dieser nur dem Untertitel des Rumbles „Every Man for himself“ folgt und Hogan mit dem Festhalten eher als Heel agiert.

WWF Royal Rumble 1992

Fazit zum WWF Royal Rumble 1992

Ja, das hier ist der beste Royal Rumble aller Zeiten, was aber nur am Rumble an sich liegt. Der Opener war das beste Nicht-Rumble-Match des Abends, aber leider kein Match-of-the-Year-Candidate wie im letzten Jahr, dort traten der Orient Express gegen die Rockers an. Das IC-Titel-Match war viel zu kurz, das Beverly Brothers-Match viel zu lang. Das Tag-Team-Titel-Match war von der Länge her okay, aber das Finish war hier saudämlich. Der Rumble an sich ist aber grandios. Er reißt die gesamte Qualität des Events hoch, was zum einen eben an Flair liegt, zum anderen an der enormen Starpower im Rumble selbst und auch an dem vakanten, höchsten Preis der WWF. Auch wurde die Möglichkeit, dass Piper zwei Titel an einem Abend gewinnen konnte, sehr geschickt gespielt. Er war in den Final 6, also war da auch Spannung deswegen.

Das Finish im Rumble leitet wunderbar alles weitere ein. Hogan gegen Justice, Flair gegen Savage und der Rest legt den weiteren Grundstein für Wrestlemania. Das Rumblematch gibt es übrigens auf dem offiziellen WWE-Kanal kostenlos auf YouTube.

Die Zahlen

Startnummen

01. The British Bulldog
02. Ted DiBiase
03. Ric Flair
04. Jerry Sags
05. Haku
06. Shawn Michaels
07. El Matador
08. The Barbarian
09. The Texas Tornado
10. Repo Man
11. Greg Valentine
12. Nikolai Volkoff
13. The Big Bossman
14. Hercules
15. Roddy Piper
16. Jake Roberts
17. Jim Duggan
18. Irwin R. Schyster
19. Jimmy Snuka
20. The Undertaker
21. Randy Savage
22. The Berzerker
23. Virgil
24. Col. Mustafa
25. Rick Martel
26. Hulk Hogan
27. Skinner
28. Sgt. Slaughter
29. Sid Justice
30. The Warlord

Eliminierungen

1. The British Bulldog eliminiert Ted DiBiase
2. The British Bulldog eliminiert Jerry Sags
3. The British Bulldog eliminiert Haku
4. Repo Man eliminiert Nikolai Volkoff
5. Repo Man eliminiert Greg Valentine
6. The Big Boss Man eliminiert Repo Man
7. Ric Flair eliminiert The British Bulldog
8. Ric Flair eliminiert The Texas Tornado
9. El Matador und Shawn Michaels eliminieren sich gegenseitig
10. Hercules eliminiert The Barbarian
11. The Big Boss Man eliminiert Hercules
12. Ric Flair eliminiert The Big Boss Man
13. The Undertaker eliminiert Jimmy Snuka
14. Randy Savage eliminiert Jake Roberts
15. Randy Savage eliminiert Col. Mustafa
16. Hulk Hogan eliminiert The Undertaker
17. Hulk Hogan eliminiert The Berzerker
18. Jim Duggan und Virgil eliminieren sich gegenseitig
19. Rick Martel eliminiert Skinner
20. Sid Justice eliminiert Sgt. Slaughter
21. Roddy Piper eliminiert Irwin R. Schyster
22. Hulk Hogan und Sid Justice eliminieren The Warlord
23. Sid Justice eliminiert Rick Martel und Roddy Piper
24. Ric Flair eliminiert Randy Savage
25. Sid Justice eliminiert Hulk Hogan
26. Ric Flair eliminiert Sid Justice

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.